Carlos Rudolph
  • Prävention
    > Sonnenschutz

  • Bei Kindern im ersten Lebensjahr sollten chemische Lichtschutzfilter (Sonnenschutzcreme) nicht zur Anwendung kommen, da sie über die Haut resorbiert werden und zu einer chemischen Photosensibilisierung oder zu toxikologischen Nebenwirkungen führen können. Zudem gibt es Hinweise dafür, daß chemische Lichtschutzfilter eine östrogen-ähnliche Wirkung entwickeln können.
  • Also: Säuglinge gehören nicht in die Sonne. Sie müssen durch vernünftige Verhltensweise und geeignete Kleidung vor UV-Stralung geschützt werden. Auch unter einem Baum oder unter einem Sonnensegel kann die Einstrahlung so stark sein, daß es zu Sonnenbrand oder Sonnenstich (entspricht einer serösen Meningitis) kommen kann.
  • Bei chemischen Lichtschutzfiltern handelt sich um organische, aromatische Verbindungen, die UV-Strahlung absorbieren können. Ihre Schutzwirkung beruht auf der Umwandlung der UV-Strahlung in langwellige sichtbare oder Infrarotstrahlung durch Absorption anden UV-filternden Molekülen.
  • Falls erforderlich, sollten zusätzlich physikalische Lichtschutzfilter verwendet werden, da sie nicht in die Haut penetrieren und weder photo- noch kontaktallergische Reaktionen auslösen.
  • Hierbei handelt es sich um Suspensionen von Partikeln mit reflektierender und streuender Wirkung. Dies sind normalerweise mineralisch Pigmente.
  • Ein wesentlicher Fortschritt sind mikronisierte Pigmente mit einer Teilchengröße von 10 bis 50 nm. Am häufigsten wird mikronisiertes Titandioxid für solche Mikropigmentpräparate verwendet.
  • Grundsätzlich sollte ein Produkt rnit einern hohen Lichtschutzfaktor eingesetzt werden, wobei für die lichtempfindliche Kinderhaut ein Minimum des Lichtschutzfaktors von 15 bis 20 zu fordern ist. Auf eine Breitbandfilterwirkung, die sowohl den UV-B- als auch den UV-A-Bereich einbezieht, ist zu achten.
  • Am oder im Wasser spielende Kinder müssen mit einer wasserfesten Zubereitung geschützt werden. Hierzu geeignet sind besorders lipophile galenische Grundlagen und die Einbringung von Filtersubstanzen in Liposomen.
  • Lichtschutzpräparate für Kinder sollten auch keine synthetischen Duftstoffe oder Konservierungsstoffe enthalten, ur eine Kontaktsensibilisierung gegen diese Substanzen zu verhindern. 
  • Damit die Lichtschutzfilter eine optimal Bindung mit der Hornschicht eingehen können, sollten sie etwa 20 Minuten vor Beginn der Sonnenexposition aufgetragen werden.

  • Die geschilderten Maßnahmen beugen nicht nur den Lichtdermatosen, insbesondere der polymorphen Lichtdermatose, vor, sondern dienen auch der Verhütung von chronischen Lichtschäden an der Haut. Es ist bekannt, daß 50 bis 80% der Sonnenexposition der gesamten Lebenszeit bereits in den ersten 18 Lebensjahren erfolgen. Im Vergleich zu Erwachsenen sind Kinder durch Freizeitaktivitäten bis zu einer dreifach höhere UV-Strahlung ausgesetzt. Beim Kind befindet sich die Haut noch in der Entwicklungs- und Reifungsphase, so daß die natürlichen Schutzmechanismen nicht vollständig ausgebildet sind. Die dünne Hornschicht der Kinderhaut entwickelt eine ungenügend wirksame Lichtschwiele, außerdem ist die Fähigkeit zur Pigmentbildun der Haut noch nicht voll entwickelt. Epidemiologische Studien haben gezeigt, daß wiederholte Sonnenbrände während der ersten beiden Lebensdekaden das Risiko für die Entstehung eines malignen Melanoms im Erwachsenenalter drastisch erhöhen.
  • Aus diesen Gesichtspunkten ergibt sich die dringliche Notwendigkeit, die Kinderhaut in besonderem Maße vor der UV-Strahlung zu schützen.

Zum Seitenanfang
Eckhard Rudolph
Kinderarzt Jugendmedizin
Reisemedizin
Talstr.: 28 a
66424 HOMBURG

Telefon: 06841-790 01
Fax.: 06841-790 08
Mobil: 0172-740 05 60