• Praxisschwerpunkte
    > Allergien
Es ist nicht alles Allergie, was unerklärbar ist!

Grundlagen: Mit der Aufnahme einer körperfremden Substanz oder Erreger (=Antigen) reagiert der Organismus mit der Bildung spezifischer Antikörper (bestimmte Blutweiße= Immunglobuline) und spezifischer Immun-zellen. Es gibt dabei prinzipiell 2 verschiedenen Reaktionstypen: Immunität oder Allergie

  • Immunität: Nach Erstkontakt des Organismus mit dem Fremdkörper wird eine Immunität durch Bildung von spezifischen Anti-körpern bzw. Immunzellen (T-Zellen, B-Zellen, Gedächtniszellen...) entwickelt. Dabei schützt die Immunität unseren Körper vor diesem Fremdkörper bei den nächsten Kontakten. Der Organismus wird also unempfindlich gegen gegenüber dem Fremkörper. Er kann jetzt sich aktiv gegen ihn wehren, meistens so, daß wir von der Reaktion gar nichts merken. Hatten wir beispielsweiseschon einmal Wind-pocken durchgemacht, so sind wir immun und merken bei der nächsten Begegnung mit dem Windpockenvirus nichts mehr. Wir werden nicht mehr windpockenkrank.
  • Die Immunreaktion unseres Körpers wird auch bei Impfungen ausgenutzt.
  • Die Immunität des Körpers verliert sich bei Verlust von Immun-globulinen und Erkrankung der Immunzellen durch HIV bei AIDS.
  • Allergie: Im Erstkontakt mit dem Fremdkörper (=Antigen, hier jedoch im nachhinein Allergen genannt) kommt es zu einer Sensibilisierung des Organismus. Dabei werden ebenso Antikörper und Immunzellen gebildet, die jedoch im Zweitkontakt zu einer Panikreaktion des Organismus, Allergie genanntführt. Die Reaktionen von Fremd-körper (=Antigen) mit spezifischen Antikörpern und Immunzellen hat jetz krankmachende Auswirkungen.

Wir dürfen nur dann von einer Allergie sprechen, wenn diese mit speziellen Tests nachgewiesen wurden. In Ausnahmefällen darf der Experte, hier der speziell ausgebildete Kinderarzt, entsprechende Schlüsse aus einer Symptomenkonstellation zieht.

 

  • Nachweis: Im wesentlichen werden in meiner Praxis zwei Verfahren eingesetzt:
  • PRICKTEST: Ritzung der Haut mit besonders häufig vorkommenden Allergenen, Ablesen der Reaktion nach 15 Minuten. Möglich ab Alter von etwa 1,5 Jahren.
  • RAST: Blutentnahme aus der Vene. In jedem Alter möglich.

Angelegter Pricktest

Ablesen des Pricktestes Ablesen des Pricktests nach 15 Min

  • Symptome einer Allergie können sein:
  • Hautreaktionen mit roten Flecken, Nesseln, Quaddeln, Haut-, Schleimhautschwellungen, Kontaktekzem,
  • Juckreiz, dicke Lippe, Heißerkeit,
  • Asthma, Schnupfen, Entzündungen kleiner Gefäße
  • Blutbildveränderungen,
  • Anaphylaktischer Schock als Maximalvariante einer Allergischen Reaktion mit Kreislaufversagen, Asthma- und Hautsymptomen, ca. 15 min nach Allergenzufur, meist durch nicht pathogene Antigene bei meist familiärer Veranlagung.

In unserer Praxis  stehen vor allem die 2 wichtigsten Behandlungs- möglichkeiten zur Verfügung:

  • Medikamentöse Unterdrückung der Symptome zB. mit Antistaminika (Fenistil°, Zyrtec°...) oder Cortison, Adrenalin
  • Hyposensibilisierung, eine Art allergenspezifischer Impfung bei geeigneter Reaktionslage. Hierbei wird vorsichtig, in aufsteigenden Dosierungen das Allergen verabreicht. entweder als Tropfen in den Mund bei kleinen Kindern oder als Injektion in die Haut bei Größeren. Bei richtiger Indikation kommt es nach Behandlung zum Ausbleiben oder zur Linderung der Symptome. Eine neuere Studie belegt, daß auch 12 Jahre nach einer Hyposensibilisierung weniger Symptome auftreten, weniger neue Allergien und Asthma auftreten. Ebenso ist der Medikamenten- verbrauch der behandelten Patienten geringer.


Prävention, Vorbeugende Maßnahmen:

Sie werden fragen, ob es nicht Möglichkeiten gibt das Auftreten einer Allergie bei Ihrem Kind (=Risikokind) zu verhindern, insbesondere, wenn in der Familie Allergien bekannt sind.


Empfehlungen fur Risikokinder:

  • Ausschließliches Stillen in den ersten 6 Monaten: daß heißt außer Muttermilch keine andere Nahrung, auch keine Tees, Säfte etc
  • Ggf Verzicht auf potente Nahrungsmittelallergene (z.B. Kuhmilch, Eier, Fisch) in der mütterlichen Ernährung, (positiver Effekt auf Neurodermitis möglich), aber nur nach Abwägung der Gefahren einer Mangelernahrung und begleitender Ernährungsberatung
  • Wenn Stillen nicht möglich Verwendung einer Hydrolysatnahrung, deren allergiepräventiver Effekt in klinischen Studien belegt ist, möglichst extensiv hydrolysierte Formula (eHF), falls Neurodermitis in Familie vorliegt
  • Schrittweise Einführung der Beikost ab 6. Lebensmonat, zunächst wenig diversifiziert, möglichst nach Ernährungsplan für allergiegefährdete Säuglinge, Vermeidung häufiger und starker Nahrungsmittelallergene (Fisch, Ei,Nüsse, Schokolade) in den ersten 1-2 Lebensjahren
  • Vermeidung felltragender Haustiere, insbesondere Katzen
  • Reduktion der Hausstaubmilbenallergenbelastung, Vermeidung von Staubfängern (z. B. offene Regale); abwischbare Bodenbelägen, statt langflorige Teppichböden, Encasings für das Kinderbett
  • Vermeidung peinlicher Sauberkeit (z.B. Sagrotangebrauch...): Kinder auf dem Bauernhof sind weniger allergiegefährdet
  • Vermeidung eines schimmelpilzfördernden Raumklimas (Leitfaden Umweltbundesamt)
  • Vermeidung der Aktiv- und Passivtabakrauchexposition (auch in der Schwangerschaft)
  • Sachgerechte Hautpflege, Vermeidung irritierender und häufig sensibilisierender Stoffe (z. B. nickelhaltiger Schmuck und Duftstoffe)
  • Impfen nach STIKO-Empfehlungen

Zum Seitenanfang
Eckhard Rudolph
Kinderarzt Jugendmedizin
Reisemedizin
Talstr.: 28 a
66424 HOMBURG

Telefon: 06841-790 01
Fax.: 06841-790 08
Mobil: 0172-740 05 60