Harmonische Partnerschaft ist kein Zufall, sondern das Ergebnis intensiver Arbeit

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Patentrezept für das Leben zu zweit gibt es nicht- aber ein paar einfache Spielregeln!

Sie werden sich vielleicht fragen, was dieses Thema hier in einer Kinderarzt-Site zu suchen hat. Ganz einfach! Für Kinder sind Mama und Papa die wichtigsten Bezugspersonen, und das am Besten als Paar!

Beruf, Kinder, Haushalt:
Meist beansprucht schon der normale Alltag so viel Kraft, daß ein Paar nicht merkt, wie sie sich nach und nach die Gewohnheit breit macht. Partner, die nicht rechtzeitig gegensteuern, haben vielleicht irgendwann ihr Leben perfekt organisiert, nehmen den anderen aber kaum noch wahr. Das ist Gift für jede Beziehung.

Dabei kennt wohl jeder den Vergleich, daß Liebe wie eine Pflanze Pflege braucht. In einer Zeit aber, in der auf jede zweite Hochzeit eine Scheidung folgt, scheint es mit dem Wissen um die richtigen Pflege Maßnahmen jedoch nicht weit her zu sein.

Der Trend zur Trennung zeigt: Viele wollen sich mit einer unglücklichen Beziehung nicht abfinden. Das müssen sie auch nicht. Liebe läßt sich zwar nicht erzwingen. Wer aber akzeptiert, daß sie sich verändert und darauf vorbereitet ist, wer sich von überhöhten Erwartungen frei macht und ein paar Regeln beachtet, hat gute Chancen auf ein erfülltes Leben zu zweit.


 

  • Beim Kampf um gemeinsame Zeit zählt Qualität

Die erste Regel lautet: Liebe braucht Termine. Planen Sie regelmäßig Zeit zu zweit ein, Zeit, in der keine Probleme gewälzt und Aufgaben verteilt werden, sondern in der Sie nur füreinander da sind. Psychologen nennen das Qualitätszeit. ”Sie ist wichtig, sonst erstickt man im Alltag der Selbstverständlichkeiten”, sagt Diplompsychologin und Autorin Ursula Nuber aus Weinheim (siehe Buchtip). ”Wenn die Liebe eine Pflanze ist, sind diese Zeiten der Dünger.” Ob Sie gemeinsam ins Theater gehen oder zu Hause bleiben, ist zweitrangig. ”Prüfen Sie, was in Ihrer Beziehung zu kurz kommt”, rät die Expertin. Die Zweisamkeit? Der Genuß? Es sollte etwas sein, das beiden wichtig ist: Tennis spielen, die Begeisterung für gute Weine oder die Leidenschaft für Architektur – all das stärkt das Wir-Gefühl. Auch Überraschungen können der gemeinsamen Zeit eine besondere Qualität geben. Spontan einen Babysitter organisieren, für den anderenren kochen, einen Ausflug planen – jede Abwechslung vom täglichen Trott belebt die Beziehung. Studien zeigen auch: Paare, die gemeinsam Neues entdecken und In- teressantes erleben, sind zufriedener.

  • Stürzen Sie sich ins Abenteuer – und zwar allein

So wichtig Zeit zu zweit ist, braucht jedoch jeder Mensch regelmäßig seinen Freiraum, um das zu tun, was für ihn wichtig ist, was ihm Spa8 macht – auch ohne den Partner. Nurwer seine Eigenständigkeit pflegt, entwickelt sich weiter und bleibt für den Partner interessant. Getrennte Erlebnisse sorgen allein schon für neuen Gesprächsstoff zu Hause. Klar, innige Zweisamkeit ist schön – wird auf Dauer aber eben langweilig. Wichtig ist ein dynamisches Gleichgewicht und das Gefühl, daß beides in Ordnung ist, Zeit zu zweit und Zeit für sich.

Männer brauchen eher die Gewißheit, daß ihr Freiraum respektiert wird. Dann sind sie bereit, etwas für die Beziehung zu tun. Umgekehrt bei Frauen: Sie schauen erst auf die Beziehung. Ist sie stabil? Liebt er mich noch? Erst wenn sie sich dort sicher fühlen, gehen sie auch ihre eigenen Wege.

  • Sie dürfen ruhig mal was im dunkeln lassen

 Zum eigenen Freiraum gehört au8erdem, daß jeder seine Geheimnisse haben darf. Das ist kein Freibrief für Betrug oder Untreue – ein Geheimnis darf den anderen nicht bedrohen oder sein Vertrauen erschüttern”, unterstreicht Paarberaterin Nuber. Doch jeder braucht einen Bereich für sich, Raum für unausgereifte Ideen und Gedanken, die nicht bis ins letzte Detail mit dem Partner besprochen werden. Die Ahnung, da8 der geliebte Mensch Seiten hat, die man nicht hundertprozentig kennt, ist ein wahres Aphrodisiakum für eine Beziehung.

  • Warum Ratespiele in einer Beziehung nicht lustig sind

Eine offene, ehrliche Kommunikation  ist das A und O in einer Partnerschaft. Drei Dinge sind dabei wichtig: Klare Aussagen, Interesse, Wertschätzung. Jedoch fällt es vielen schwer zu sagen, was sie fühlen, vermissen, sich wünschen – sei es aus Unsicherheit, Angst vor Ablehnung oder weil sie es nie gelernt haben.

Sehr verbreitet ist auch der Anspruch: Wenn mein Partner mich liebt, dann weiß er, wie es mir geht und was ich brauche. Die Folge: Der eine klagt, der andere mauert, Frust auf beiden Seiten. Wie aber soll der Mann Wünsche erfüllen, die er nicht kennt? Wie soll die Frau ein Verhalten ändern, von dem sie nicht weiß, daß es ihn auf die Palme bringt? Der Partner kann nun mal keine Gedanken lesen. Damit man sich irgendwann wortlos versteht, müssen erst viele Worte fallen. 

Ein gutes Gespräch kommt aber nur zustande, wenn sich beide Partner aufrichtig füreinander interessieren. Sowohl für die Vergangenheit des anderen (was hat ihn zu dem gemacht, der er heute ist?) als auch für aktuelle Erlebnisse (wie empfindet er heute?). Wenn ich davon ausgehe, daß ich meinen Partner nie ganz verstehe und ergründen werde,

, sondern immer nur ein bißchen mehr, bleibe ich neugierig. Hilfreich ist auch, Positives zu bemerken und dafür Worte zu finden und sei es für den Kaffee, den der Partner jeden Morgen für einen kocht. "Wir konzentrieren uns viel zu sehr auf Fehler und Versäumnisse des anderen", sagt Wesner, "dabei macht er doch auch vieles gut. 

  • Ihr Partner ist Ihr bester Freund- nicht lhr Therapeut

Die Liebe kann sicher einiges: Kraft geben, unterstützen, beflügeln. Sie kann bezeiten die eigene Entwicklung vorantreiben, dafür gibt es viele Beispiele: Die graue Maus blüht auf, der Zyniker wird zugänglicher. Dies sollte aber nicht das Hauptmotiv einer Partnerschaft sein! Liebe stößt an Grenzen, wenn sie therapeutisch wirken oder ausgleichen soll. Sie kann weder mangelnde, Elternliebe nachholen, noch alte Verletzungen ungeschen machen. Auch Probleme, die jeder mit sich selbst hat, kann sie nicht lösen. Der Partner ist nicht für das Seelenheil des anderen verantwortlich- darum muß man sich schon selbst kümmern.

  • Neue Regieanweisungen für mehr Spaß im Bett

   Das Liebesleben ist ein höchst sensibles Thema. Ein häuhiges Problem sind einfach falsche Erwartungen. So aufregend wie zu Beginn der Beziehung ist der Sex nie wieder, da muß man sich nichts vormachen. Paare sollten die Erotik jedoch nicht aus denAugen verlieren- auch nicht in längeren Beziehungen. Denn sexuelle Unzufriedenheit ist die häufigste Ursache für Untreue. Die wederum ist der häufigste Trennungsgrund. Der simpelste Rat der Therapeuten ist gleichzeitig am schwersten umzusetzen: miteinander reden. Es würde schon genügen, ab und zu das "Drehbuch umzuschreiben”. Eine neue "Anfangsszene" zu kreieren, den "Ablauf" zu ändern, damit der Sex weniger vorhersehbar ist. Doch die Angst, sich zu blamieren oder abgewiesen zu werden, ist groß. Bei der Online-Plattform Theratalk (www.theratalk.de), wo Paare einander in getrennten Fragebögen über ihre sexuellen Vorlieben Auskunft geben. Sie müssen nicht darüber reden, sehen aber in der Auswertung, welche Wünsche der Partner hat und welche er zu erfüllen bereit ist.

  • Mut zur Wut: Auch für die Liebe gibt es Krisenmanager

Zu einer stabilen Beziehung gehört auch die Bereitschaft einer Krise ins Auge zu sehen. Viele Paare verdrängen ihre Probleme aus Angst vor einer Trennung. Besser wird es dadurch nicht, im Gegenteil. Bringen Sie doch den Mut auf, Konflikte anzusprechen, wenn nötig, mit Hilfe eines Therapeuten. Merkwürdig, daß man heute für alles gerne einen Experten zu Rate zieht – nur nicht in Liebesfragen. Eine Paartherapie ist zwar kein Tabu mehr, aber die meisten kommen erst dann wenn es schon fast zu spät ist.

Eines sollten sich Paare klarmachen: Eine Beziehung ist nicht von Anfang an "fertig", sondern formt sich im Laufe des gemeinsamen Lebens heraus.

Man kann fünf Entwicklungsstufen der Liebe unterscheiden. Jede hat ihre eigenen Herausforderungen, die gemeistert werden wollen, damit aus der anfänglichen Verliebtheit eine echte Liebe werden kann.

  • Erste Phase: Der Rausch.

Alles dreht sich um den neuen Partner: Man will ihm nahe sein, alles mit ihm teilen, ist glückselig. Die Hormone spielen verrückt. Hirnforscher stellten fest, daß Verliebte unter ähnlichen Symptomen ”leiden” wie Drogensüchtige: Sie essen kaum, schlafen wenig, sind euphorisch. So schön dieser Zustand auch ist – er hält nicht ewig. Der Hormonhaushalt normalisiert sich, der Alltag meldet sich zurück. Man rückt vom anderen ab.

  • Zweite Phase: Ernüchterung

Man streckt die Glieder, reibt sich die Augen– und entdeckt plötzlich Seiten am anderen, die irritieren. War er immer schon so ein Besserwisser? Und wie sie lacht– das klingt so affektiert. Erschrocken stellt man Unterschiede fest, und was zuerst süß war, nervt jetzt. Die Ernüchterung führt zu Auseinander-setzungen, viele stellen die Beziehung in Frage. Dabei ist das ein wichtiger Prozeß, in dem die geliebte Person wirklich wahrgenommen und akzeptiert wird. Wer die Andersartigkeit des Partners tatsächlich annehmen kann, hat in den folgenden Zeit weniger Probleme.

  • Dritte Phase: Machtkampf

Die Unzufriedenheit verdichtet sich, ein Machtkampf entbrennt. Der Ton wird schärfer, jeder versucht, den anderen zu kontrollieren und zu formen. In Wirklichkeit geht es aber um die Kontrolle über die Angst vor dem drohenden Verlust des anderen. Diese Meinungsverschiedenheiten sind nicht etwa Beweis dafür, daß man nicht zueinander paßt, sondern wichtiger Bestandteil der Beziehung. Irgendwann taucht der Konflikt auf zwischen dem Wunsch nach Geborgenheit und dem Bedürfnis nach Unabhängigkeit. Beides miteinander in Einklang zu bringen ist nicht einfach. Irgendwann sehen Paare ein, daß ihre Liebe nur eine Chance hat, wenn jeder auch seinen eigenen Weg gehen kann.

  • Vierte Phase: es kehrt Ruhe ein

Man erkennt und akzeptiert die Grenzen des anderen. Jeder kümmert sich mehr um sich selbst, widmet sich der Karriere, pflegt Hobbys. Distanz ist nötig, um neue Nähe zu finden. Die Herausforderung liegt darin, die eigene Entwicklung voranzutreiben, ohne dabei den anderen aus den Augen zu verlieren – fehlt der Austausch, entfremden sich die Partner. Gelingt es ihnen aber, Interesse an den Plänen des anderen zu zeigen, kann die Faszination belebt werden. Manches Paar lernt sich dabei ganz neu kennen.

  • Fünfte Phase: erwachsenes WIR-Gefühl

Jeder ist sich seiner selbst sicher und weiß, daß er Nähe zulassen kann, ohne vereinnahmt zu werden. Die Beziehung kann jetzt zu dem Zufluchtsort werden, für den man sie am Anfang gehalten hat.


Buchtip: Ursla Nuber: was Paare wissen müssen, Krüger-Verlag 240 S. 13,90€

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Eckhard Rudolph
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